Einspritzdruck – Bei Protomold ist in den meisten Fällen ein Einspritzdruck unter 15.000 PSI (1.034 bar) erforderlich. Neben anderen Variablen, wie dem von Ihnen ausgewählten Kunststoff, berücksichtigen wir die Geometrie, wie z.B. Wandstärke, Anzahl der Formschlüsse und Übergänge von dünn nach dick. Je höher der Druck, umso schwieriger ist das Einspritzen. Dadurch ergeben sich vermehrt Bedenken bezüglich möglicher schwacher Bindenähte (die zu einer schlechten Teilequalität beitragen), Gussgrate, Einsinkungen und nicht ausgepresster Teile.
Die Farbskala wird mit steigendem Druck „wärmer“. Gold und Rot sind schlechte Farben, die auf hohen Druck und niedrigen Materialfluss hinweisen. Die kühlen Farben Blau und Grün zeigen an, dass der Materialfluss gut ist und die Teile ein breites Prozessfenster aufweisen werden.
Isobaren – Ähnlich wie bei einer Höhenkarte ist das Druckgefälle umso größer und der benötigte Einspritzdruck liegt umso höher, je enger die Isobaren aneinander liegen. Hohe Druckgefälle führen häufig zu schwächeren Bindenähten sowie vermehrten Gussgraten an den Formschlüssen und zu Gaseinschlüssen.
Einspritztemperatur – ProtoFlow zeigt, wie Ihr Teil abkühlt. Ein erfahrener Analytiker kann daraus Rückschlüsse auf mögliche Probleme, wie Verformungen, ziehen. Wenn unsere Analytiker feststellen, dass ProtoFlow eine mögliche Verformung anzeigt, weisen sie in Ihrem Angebot in Form einer separaten Warnung darauf hin.
Was sollte ich tun, wenn ProtoFlow einen überhöhten Einspritzdruck anzeigt? – Beim Versuch, den Einspritzdruck zu senken, sollte zuerst die nominale Wandstärke erhöht werden. Schon eine um 15-20 % erhöhte Wandstärke kann die Einspritzqualität erheblich verbessern. Ein Mitarbeiter des technischen Kundendiensts von Protomold (+49 (0) 6261 6436 947) kann Ihnen möglicherweise spezifische Tipps zur Änderung Ihres Teils geben.
Was passiert, wenn Protomold mein Teil nicht füllen kann? – Protomold kann Ihr Teil unter Umständen unter Einsatz der von Ihnen gewünschten Teilegeometrie und des ausgewählten Kunststoffes nicht füllen. Wenn Sie Ihr Teiledesign nicht ändern können, sollten Sie eine von mehreren Alternativen in Erwägung ziehen:
- Sie können es mit einem anderen Material mit einer höheren Einfließgeschwindigkeit versuchen
- Sie können Protomold bitten, Ihr Teil wie geplant abzuformen, wobei Ihnen jedoch klar ist, dass dabei ein gewisses Risiko besteht und Protomold Ihr Teil möglicherweise nicht füllen kann. Wenn wir Ihr Teil nicht füllen können, müssen Sie nach unserem Versuch eventuell eine Formänderung in Erwägung ziehen.
Garantiert eine „gute“ Simulation mit ProtoFlow, dass mein Teil ohne Bindenähte, Einsinkungen und Hohlräume hergestellt werden kann? – Nein, der vorhergesagte Einspritzdruck geht von einer perfekten Entgasung aus. Wie bei jedem Formgebungsprojekt sind die Teilegeometrie und das Verhalten des Kunststoffes in dieser Geometrie für die erfolgreiche Fertigung des Teils ausschlaggebend. ProtoFlow ist ein nützliches Hilfsmittel zur Bestimmung der Angusskanalposition und stellt darüber hinaus potenzielle Probleme beim Einspritzen in animierter Form dar. Es ist jedoch keine Kristallkugel, die alle möglichen Probleme anzeigt.
Wird bei jedem Teil eine Analyse mit ProtoFlow durchgeführt?– Nein, Protomold führt nur dann eine Einspritzanalyse durch, wenn die Geometrie und der Kunststoff Anlass zu Bedenken geben. Die Mitarbeiter des technischen Kundendienstes von Protomold führen auf Wunsch jedoch gerne an jedem Teil eine Einspritzanalyse durch und fügen das Ergebnis Ihrem ProtoQuote bei. Rufen Sie einfach unter +49 (0) 6261 6436 947 an.